9 Paray-le-Monial bis Perrigny-sur-Loire

Montag, 4. Mai 2026

abmarschbereit

3x war ich beim Centre Pélerinage (Pilgerzentrum), um mir einen Stempel zu holen,aber es war immer geschlossen. Es gehört auch nicht zum Jakobsweg, sondern es ist die Stadt des Herzens Jesu. In kluger Voraussicht hatte ich mir schon tags zuvor einen einfachen Stadtstempel beim Tourismusbüro geben lassen.

Da musste ich schmunzeln, ein Chinarestaurant "Zum Goldenen Baguette".

Nun geht es weiter nach Digoin.

Immer wieder entdecke ich am Wegesrand wunderschöne alte Architektur!

So parkt Flitzefritz am liebsten.

Heute traf ich ein lustigen Gesellen, der auf seinem selbst gebauten Liegerad mit Solardach unterwegs war. Wir haben uns gut verstanden und da ich heute nur 15 Km weit unterwegs war, um mein Bein zu schonen, hatte ich auch genügend Zeit, mich zu unterhalten.

In einem Baumarkt vor Digoin erstand ich für 1 Euro einen Sensenschleifstein. Damit möchte ich im Laufe der Zeit aus meinem billigen Taschenmesser ein standesgemäßes Laguiole zaubern.

Heute bin ich in Digoin angekommen, das sind genau 800 km. Den Camino Frances hätte ich also schon (natürlich ohne die Berge).

Irgendwie musste ich dabei an den Ottifanten denken ...

Hier geht's zu meiner Unterkunft.

Die Außenfassade lässt nicht erahnen, welch wunderschöbe Ferienwohnungen darunnen sind.

Trotzdem auch dieses ein automatisiertes Hotel wie in Paray-le-Monial ist, bekam ich für 10 Euro mehr eine wunderschöne und bestens ausgestattete Ferienwohnung.

Auch Flitzefritz bekommt seine eigenen 4 Wände.

Hahn auf dem Kriegerdenkmal

Riesenschnecke im Supermarkt

Hier gibt es nur Aldi-Nord. 😅

Dann fiel mir noch dieser Uhrenturm in der Ferne auf.

La Poste, 1931 nach Plänen des Ingenieurs Malord aus Paray-le-Monial erbaut

Am Rathaus ein Hinweis auf die deutsche Partnerstadt Gerolstein in der Vulkaneifel.

 

Mittwoch, 6. Mai 2026

Das muss alles mit.

Alles drin.

Heute habe ich mir eine kurze Strecke, ca. 15 km, zu einem Waldstück ausgesucht. Kommoot führte mich erst einmal über Berge, bis mir das zu blöd war und ich wieder runter ins Loiretal gelaufen bin. Ja ich bin tatsächlich schon an der Loire angekommen! 

Landhaus in Leverdier

Es geht bergauf.

Blick ins Tal nach Digoin.

Schönes Haus im Norden von La-Motte-Saint-Jean.

Hinunter ins Tal der Loire.

Im Loiretal.

Rinder bei Saint-Agnan

Kirche in Saint-Agnan

„Kirche aus dem 11./19. Jahrhundert, restauriert im Jahr 2012 von 16 Personen im Rahmen eines Eingliederungsprojekts, das von der Gemeinde Saint-Agnan und der Denkmalagentur durchgeführt wurde.“

Hinter der Kirche ein Platz für eine Pause.

Besuch einer Pilgerhutspinne (Braune Krabbenspinne).

Ein Urahn von Flitzefritz.

Perrigny-sur-Loire

Der erste Wald war wieder verschlossener Privatbesitz, aber beim 2. Versuch hatte ich Glück. Am Nachmittag hat es auch begonnen zu regnen und so war ich froh, dass ich dann ein Dach über dem Kopf hatte.

 

Donnerstag, 7. Mai 2026

Hier ging es zu meinem Schlafplatz.

Gilly-sur-Loire

Château Saint Aubain-sur-Loire

Auf dem Weg zu einem Schlafplatz wurde der Weg immer unwegsamer und der Wagen ist zusammengebrochen. 

Noch am Unglücksabend habe ich meinen alten Schufreund angerufen und ihm gesagt, dass ich meine Pilgerwagenreise nicht weiter fortsetzen werden. Er sagte nur: "Ich fahre gleich los." Ich konnte dann noch an einem wildromantischen Ort in der Hängematte schlafen und die Rehe beobachten. 

 

Freitag, 8. Mai 2020

Um 7:30 Uhr am nächsten Morgen war er dann vor Ort und wir haben alle meine Sachen mehrere 100 m durch den Trampelpfad und den Matsch zum Parkplatz getragen und im Auto verstaut. Dann sind wir direkt zu mir nach Hause gefahren.

Hier sieht man noch die gestrigen Wagenspuren von Flitzefritz.

Fauli

Mein Caminoengel.

Zurück nach Hause ...

 

EPILOG

Ich werde meinen Pilgerweg jetzt nicht fortsetzen. 

Das größte Problem, das ich habe, sind die Finanzen. Von meiner Rente bleiben am Tag 3,50 € übrig für Essen. Das reicht hinten und vorne nicht. 

Auf der anderen Seite bin ich jetzt schon weit über 800 km gepilgert (Camino frances 780 km) und durfte sehr viele innere und äußere Erfahrungen machen, so dass ich mich wirklich schon mit Fug und Recht Pilger nennen darf. Es wäre schön, wenn es klappt, dass ich zusammen mit meinem Freund, dem Schwertschmied, zur Sonnenfinsternis nach Oviedo fliege um das Unternehmen zu Ende zu führen.  

Zu einem gegebenen Zeitpunkt möchte ich meine Pilgerreise ab Le-Puy-en-Velay in Etappen fortsetzen, zunächst entlang der Via Podiensis bis Saint-Jean-Pied-de Port; und später weiter den Camino Frances bis Santiago de Compostela

Im Nachinein offenbart es sich, dass ich keine Pilgerreise nach Santiago de Compostela gemacht habe, sondern eine Wallfahrt nach Paray-le-Monial.

 

Paray-le-Monial ist eine kleine Stadt im burgundischen Frankreich, die als „Stadt des Herzens Jesu“ (französisch: *Cité du Sacré-Cœur*) bekannt ist.

Die Legende

Im 17. Jahrhundert – genauer zwischen 1673 und 1675 – erschien Jesus der Nonne Marguerite-Marie Alacoque im Kloster der Heimsuchungsschwestern mehrmals. Er offenbarte ihr sein brennendes Herz als Symbol seiner unendlichen Liebe zu den Menschen und bat um die Verehrung dieses Herzens sowie um ein eigenes Herz-Jesu-Fest. Diese Visionen legten den Grundstein für die weltweite Herz-Jesu-Verehrung; „Hier ist das Herz, das die Menschen so sehr geliebt hat“ soll Jesus gesagt haben.

Bedeutung heute

Paray-le-Monial zieht jährlich Tausende Pilger an, die die Kapelle der Erscheinungen (*Chapelle de la Visitation*) und die romanische Basilika Sacré-Cœur besuchen. Die Stadt beherbergt Reliquien der Heiligen Marguerite-Marie und ihres geistlichen Begleiters Claude La Colombière. 2023–2025 fand ein 350-jähriges Jubiläum der ersten Erscheinung statt.

Jesus offenbarte sich der Heiligen Marguerite-Marie Alacoque in Paray-le-Monial mehrmals zwischen 1673 und 1675 und teilte ihr Botschaften über sein liebendes Herz mit.

Wichtige Zitate

In der Vision vom 27. Dezember 1673 sagte Jesus: „Mein göttliches Herz ist so leidenschaftlich in seiner Liebe zu den Menschen und zu dir im Besonderen, dass es, da es die Flammen seiner glühenden Liebe nicht in sich selbst zurückhalten kann, sie durch dich ausgießen muss.“

Die zentrale Aussage in der Vision am Fronleichnam 1675 lautet: „Siehe da dieses Herz, das die Menschen so sehr geliebt hat, dass es sich verzehrte, um ihnen diese Liebe zu erweisen. Als Lohn dafür ernte ich von den meisten nur Undank durch ihre Unehrerbietigkeit und ihre Sakrilegien durch die Kälte und Verachtung, die sie mir in diesem Sakrament der Liebe entgegenbringen.“ Er forderte ein Fest zu Ehren seines Herzens am ersten Freitag nach Fronleichnam sowie häufige Kommunion als Sühne.

12 Verheißungen

Jesus gab 12 Verheißungen für die Verehrung seines Herzens, darunter Segen für Familien, Trost in Leiden, Barmherzigkeit für Sünder und die Gnade eines glücklichen Todes bei neunmonatiger Herz-Jesu-Kommunion.

 

Bedeutung für meine Pilgerreise

Dieser Wallfahrtsort ist in spiritueller Hinsicht wesentlich bedeutender als Santiago de Compostela. Ich wurde dorthin geführt!

Seit 44 Jahren fühle ich mich der Lehre des Geisteslehrers Bô Yin Râ innerlich verbunden. Die größte Liebestat Jesu war sein Satz am Kreuzesgalgen:  "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!" ((Ps 22,19Jes 53,12Lk 6,27Apg 3,17Apg 7,60)) Ich sehe in der Vision von Heiligen Marguerite-Marie Alacoque in Paray-le-Monial eine Bestärkung der Liebestat Jesu auf Golgatha.

 

Bô Yin Râ (Joseph Anton Schneiderfranken) behandelt das Mysterium von Golgatha ausführlich in seinem gleichnamigen Buch (erstmals 1922, erweiterte Ausgabe 1930).

Es geht ihm nicht um eine bloße Nacherzählung der Kreuzigung Jesu, sondern um eine tief esoterische, kosmische und spirituelle Deutung, die er mit seiner Lehre vom geistigen Weg zum „Ewigen Selbst“ und der „Weißen Loge“ (einer symbolischen Gemeinschaft hoher geistiger Wesen) verbindet.

Kosmisches Ereignis und Veränderung der Erden-Aura

Der Tod Jesu am Kreuz (Golgatha) war kein nur historisches oder rein menschliches Geschehen, sondern ein kosmisches Ereignis. Es hat die geistige Aura des Planeten Erde grundlegend verändert. Durch seine vollkommene Überwindung von Hass und seine Liebestat wurde eine Quelle befreiender spiritueller Energie zugänglich gemacht, die seither für suchende Menschen verfügbar ist. Jesus bleibt dadurch aktiv und nah bei der Menschheit.

Jesus als „Leuchtender des Urlichtes und großer Liebender

Jesus („Rabbi Jehoschuah von Nazareth“) war kein gewöhnlicher Mensch, sondern einer der hohen geistigen Wesen („Leuchtenden des Urlichtes“), die aus der ewigen geistigen Viel-Einheit kommen. Er wird als der größte „Liebende“ unter ihnen verehrt. Er kam aus dieser Gemeinschaft, wirkte in der Welt und kehrte zurück, bleibt aber mit der Erde verbunden, bis der letzte Menschengeist ins Licht eingeht. Er ist nicht der „einzige Sohn Gottes“ im exklusiven dogmatischen Sinn, sondern ein Repräsentant der göttlichen Einheit – was die christlichen Dogmen nicht entwurzelt, sondern in tieferer Wahrheit gründet.

Die Liebestat als zentrale Kraft

Im Zentrum steht die absolute Liebe, die Hass transzendiert. Diese Tat ermöglicht es, dass Menschen durch innere Verbindung mit ihm (symbolisch: Rebstock und Reben) das wahre geistige Leben empfangen können. Ohne diese Verbindung „könnt ihr nichts tun“. Die Kreuzigung und das, was sie symbolisiert, bahnt den Weg für alle, die ihm folgen wollen.

Jenseits von Kirchenlehre und Skepsis

Bô Yin Râ respektiert frommen Glauben und stört ihn nicht bewusst. Er betont jedoch, dass weder spekulative Theologie noch rein historische Forschung die Tiefe erfassen können. Moderne Skepsis gegenüber kirchlichen Lehren hat ihre Berechtigung, doch das eigentliche Mysterium erschließt sich nur dem inneren geistigen Bewusstsein. Die Kirchen stehen vor einer möglichen neuen Blüte aus tieferen Quellen.

 

 

 

 


 

 


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