8 Chalon-sur-Saône bis Paray-le-Monial

Chalon-sur-Saône bis Paray-le-Monial (102 km)

 

Dienstag, 17. März 2026
Von Chalon-sur-Saône bis Chagny (19,5 km)

Am Vormittag bin ich erst mal zum Tourismusbüro gepilgert, da diese in der Wintersaison montags geschlossen haben um mir meinen Stempel für den Pilgerpass zu holen.

 

Eglise Saint-Pierre

Ich habe mich an meinem Ruhetag körperlich gut erholt. Heute bin ich bei frischer Luft und strahlendem Sonnenschein losgezogen. Ich hatte zum ersten Mal seit meiner Pilgerreise wieder das Gefühl, dass das Leben auch schön sein kann. Habe mir im Supermarkt eine Ingwer Zitronen Schokolade gekauft (es war die billigste).

Daran hat auch die liebe Michaela Scheffczyk einen nicht geringen Anteil. Sie hat mich großzügigerweise finanziell unterstützt. Dafür noch einmal ganz ganz herzlichen Dank! 🥰 

Fragnes-la-Loyère

trockengelegter Kanal in Chagny

Am Nachmittag begannen Schmerzen neben meinem linken Schienbein. Am Abend wohnen sie so stark, dass ich nur unter stärksten Schmerzen wenige Schritte humpeln konnte. Es ist wohl ein sogenanntes Schienbeinkantensyndrom. Zum Glück war ich in der Stadt Chagny und konnte mir ein für meine Verhältnisse sehr teures Hotelzimmer buchen, das am nächsten lag. Unter großen Schmerzen hab ich es geschafft, das Hotel zu erreichen.

Das ist ein sehr feines Hotel, nicht billig, aber ich war froh, überhaupt untergekommen zu sein, da ich nur noch unter großen Schmerzen humpeln konnte.

sicherer Ruheplatz für Flitzefritz 

 

Mittwoch, 18. März 2026

Ich konnte 300 Meter weiter eine etwas günstigere Ferienwohnung mieten.

Dort werde ich erst Mal bis Samstag, also 3 Nächte bleiben und sehen, wie sich das Bein entwickelt.

Es sieht hier alles sehr romantisch aus ...

Ich arbeite jetzt mit verschiedenen Methoden an meinen Beinschmerzen. Mal sehen, wie es sich bis Samstag entwickelt. (improvisierter Eisbeutel im Gefrierfach)

In Frankreich muss man auch Wein trinken, hat man mir gesagt. Gleich gegenüber ist ein Netto. Da habe ich mir einen günstigen Weißwein gekauft. Dummerweise habe ich ihn in ein falsches Fach im Kühlschrank gestellt und beim Öffnen lagen die Schärben und der Wein auf dem Fußboden! 

Mit einem kleinen Schwämmchen hab ich alles wieder aufgesaugt. Bin nochmals in den Netto gehumpelt. Habe noch mal einen Wein gekauft und Küchenpapierrollen. Nach 1 Stunde war das Unglück beseitigt und ich konnte mein Essen, Kartoffelbrei, Brokkoli und Lachs mit Weißwein genießen. 😋

 

19.3.2026
Ruhetag in Chagny

Auf dem Weg zur Apotheke, wo ich mir KinesioTape und Voltaren kaufen will, besuche ich die Kirche St. Martin. Dort gehe ich ins Gebet und zünde eine Kerze an. Da schon die alten Römer mit Kohlblättern ihre Wunden heilten, hab ich mir einen Wirsing und Frischhaltefolie geholt und mein Bein damit bandagiert.

War bei zwei Physiotherapeuten einer war komplett voll der andere sagt man braucht eine Überweisung. Dort eine ältere Dame, die mir ihren Hausarzt empfohlen hat. Ich war dann dort und hab jetzt einen Termin für 8:00 Uhr morgen früh.

Wissen ist noch weit entfernt ...

alte Häuser in Chagny

Église Saint Martin de Chagny

Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich einen kreisrunden Altar in einer Kirche!

Seitenkapelle

Stuhl zum Knien beim Gebet

Das IHS-Zeichen (oft auch als Christusmonogramm bezeichnet) ist eines der bekanntesten und ältesten christlichen Symbole und steht für Jesus Christus.
Es handelt sich um eine verkürzte Schreibweise des griechischen Namens Jesu (Ἰησοῦς / Iēsous), wobei die ersten drei Buchstaben in griechischer Majuskel übernommen wurden:
•  I = Ι (Iota)
•  H = Η (Eta)
•  S = Σ (Sigma)
→ IHS = Anfang von IHΣΟΥΣ (Iēsous = Jesus).
In der Église Saint-Martin in Chagny (Saône-et-Loire, Burgund, Frankreich) befindet sich genau dieses IHS-Symbol als Wandmalerei (peinture murale) – und zwar gegenüber dem Altar (face à l’autel). Es ist dort als Symbol Christi dargestellt und taucht in vielen katholischen Kirchen auf (an Wänden, Decken, Altären, Paramenten, Kelchen usw.).

Häufige (falsche) volkstümliche Deutungen:
Viele Menschen interpretieren IHS heute noch anders, weil die ursprüngliche griechische Herkunft im lateinischen Westen in Vergessenheit geriet:
•  „Jesus Hominum Salvator“ (Jesus, Erlöser der Menschen) – lateinische Rückübersetzung, aber nicht die originale Bedeutung
•  „In Hoc Signo“ (in diesem Zeichen …) – Anspielung auf das konstantinische Labarum, aber ebenfalls sekundär
•  „I Have Suffered“ (Ich habe gelitten) – volkstümliche englische Fehldeutung
Die echte und historische Bedeutung bleibt jedoch: Abkürzung des Namens Jesu (aus dem Griechischen).

In der Kirche St. Martin in Chagny dient das Wandgemälde also als Christus-Symbol und erinnert – typisch für viele Kirchen – an die zentrale Stellung Jesu im christlichen Glauben. Es ist kein ungewöhnliches Motiv, sondern ein sehr verbreitetes Element der christlichen Ikonografie seit dem Mittelalter.

Lourdes-Grotte

Video auf Youtube: Ich zünde eine Kerze an

GESCHICHTE DER GROTTE VON NOTRE-DAME VON LOURDES

Am 15. August 1873 wurde Abbé Victor de Musy in Lourdes während einer Messe, die zu Ehren der Jungfrau gefeiert wurde, auf wundersame Weise geheilt.

1874 wurde dieser Priester zum Pfarrer von Chagny ernannt. Gleich bei seiner Ankunft hatte er das Vorhaben, in unserer Kirche eine Grotte zu errichten, ähnlich der von Lourdes.

Unterstützt in seinem Vorhaben von seinem Vikar, Abbé Rasse, und der gesamten Bevölkerung von Chagny, konnte er sein Projekt verwirklichen.

Der gewählte Standort war der einer Seitenkapelle, in der sich die Taufbecken befanden. Es wurden zahlreiche Steine benötigt, und es war notwendig, dass sie die gleiche Farbe wie jene von Lourdes hatten. Diese konnten jedoch nicht in Chagny gefunden werden, sondern nur in großer Entfernung. Alle Besitzer von Pferden und Wagen erklärten sich bereit und führten diese Arbeit freiwillig aus.

Am 29. Oktober 1876 fand die Einweihung dieser Grotte statt. Diejenigen, die eine Pilgerreise nach Lourdes unternommen hatten, erkannten in Chagny eine originalgetreue Nachbildung der Grotte von Lourdes wieder. Es ist tatsächlich der Felsen von Massabielle mit seiner schiefergrauen Farbe und seinen Unebenheiten wie in Lourdes. Die Statue der Muttergottes hebt sich von den grauen Steinen ab.

Es ist anzumerken, dass die Statue der Muttergottes eine der ersten Skulpturen ist, die für die Grotte von Lourdes geschaffen wurden. Bernadette, die die „Dame“ nicht schön genug fand, hatte diese Statue abgelehnt. Abbé de Musy gelang es jedoch, diese authentische Skulptur zu beschaffen, sodass die Pfarrei von Chagny davon profitieren konnte.

Eierbecher-Improvisation aus Kaffeebecher und Zitronenpresse

Schon die alten Römer heilten ihre Wunden mit aufgelegten Kohlblättern.

1. Marcus Porcius Cato der Ältere (Cato Censorius, 234–149 v. Chr.) – De Agricultura (Über den Ackerbau), Kapitel 156–157

Das ist die älteste und direkteste Quelle. Cato widmet dem Kohl (brassica) einen langen Abschnitt als Allheilmittel (er nennt es „super omnia“ – über alles hinaus). Er beschreibt explizit äußerliche Anwendungen bei Verletzungen:

  • Zerquetschte/geriebene Kohlblätter als Umschlag (cataplasma/poultice) auf alle Arten von Wunden und Geschwülsten (vulnera et tumores).
  • Es reinigt Geschwüre (ulcera), heilt ohne Schmerz, erweicht Furunkel (furunculi), öffnet Eiterungen, reinigt eiternde Wunden und Tumore und heilt sie – „was kein anderes Mittel kann“.
  • Bei Luxationen (Verrenkungen), Prellungen (contusiones), Brustgeschwüren oder sogar Krebs (in antiker Sicht harte Knoten) soll man zerquetschten Kohl auflegen, mehrmals täglich erneuern, mit warmem Wasser waschen usw.
  • Speziell: Die schärfste Kohlart (die milde, scharfe Variante) ist am besten; wilder Kohl mit Honig gemischt heilt alte und neue Geschwüre.

Originaltext (Auszug, lateinisch-englisch/deutsche Übersetzung verfügbar z. B. bei LacusCurtius oder Loeb Classical Library): „Brassica [...] omnia vulnera et tumores [...] cataplasmate imponitur; omnia ulcera purgat et sine dolore sanat [...]“ (Übersetzung: Auf alle Wunden und Geschwülste lege sie zerrieben auf; diese wird alle Geschwülste reinigen und heilen ohne Schmerz...)

Catos Werk ist das älteste erhaltene lateinische Prosawerk und zeigt die römische Hausmedizin vor der starken griechischen Beeinflussung.

2. Plinius der Ältere (Gaius Plinius Secundus, 23/24–79 n. Chr.) – Naturalis Historia (Naturkunde), vor allem Bücher 19–20 und 29

Plinius baut auf Cato auf und erweitert die Kohl-Lobpreisung. Er berichtet, dass Kohl Jahrhunderte lang das einzige Heilmittel der Römer war (bevor griechische Ärzte kamen). In seiner Enzyklopädie widmet er Pflanzenheilmitteln breiten Raum:

  • Kohl als universelles Mittel gegen Wunden, Entzündungen, Geschwüre, Schwellungen.
  • Er zitiert oder paraphrasiert Cato und andere (z. B. Hippokrates, der Kohl bei Dysenterie empfahl, aber Römer erweiterten es auf äußerliche Wunden).
  • Plinius kritisiert griechische Ärzte und preist die traditionelle römische Selbstheilung mit Hausmitteln wie Kohl – Römer brauchten keine Ärzte, solange sie Kohl hatten.

 

Freitag, 20.3.2026

Ich war heute Morgen wegen meinem Schienbeinkanten Syndrom beim Arzt. Er hat mir Mut gemacht und ein Medikament aufgeschrieben gegen die Entzündung. Ich habe die Ferienwohnung jetzt bis Dienstag weiter gemietet und werde am Montag entscheiden, ob ich weiterpilgern kann oder nach Hause fahren muss.


Sonntag, 22.3.2026

Meinem Bein geht es mittlerweile sehr viel besser und ich gehe davon aus, dass ich am Dienstag meine Pilgerfahrt fortsetzen kann.

Youtube-Link Umzugswagen beim Mi-Câreme-Fest

Montag, 23. März 2026

Spaziergang gemacht und nachgesehen, wie der der Weg dann weitergeht. 
Oh nein! Der schöne Kanalweg ist gesperrt ...

Wohin führt dieser Jakobsweg - in den Himmel?

Des Rätsels Lösung: Der Kanal wird saniert.

 

Dienstag, 24. März 2026

Nach einer Woche Pause wegen meinem Schienbeinkanten Syndrom bin ich heute wieder den ersten Tag gelaufen. Es ging erstaunlich gut, aber nach 13 km meldete sich das Bein wieder und ich habe Ausschau nach einem Wald für die Hängematte gehalten. 

Am Kanal ist das biwakieren so gut wie unmöglich da der Weg auf einem Damm verläuft und es an der Seite immer schräg nach unten geht. Es gibt auch nur wenige Bäume, viel Gestrüpp und wenn man einmal hinein kommt, ist es Privatgrund. Ich bin dann 3 km vom Weg weg ins Land hinein gelaufen zu einem Wald und habe den schönsten Schlafplatz gefunden, seit ich auf meiner Pilgerreise bin. 

Ich musste relativ stark nach oben und habe es so gemacht, dass ich die schwere Tasche als Rucksack hoch getragen habe und den Wagen mit nur einer Tasche hochgezogen.

Ich musste auch noch 4 Stunden warten bis die Sonne untergeht. Da ich ja die Wanderung so früh abgebrochen habe. Dazu habe ich auch ein sonniges Plätzchen gefunden. Hab auf der Isomatte ein wenig geschlafen.

Flitzefritz ist wieder gepackt.

Erstmal gings nach oben über die Brücke.

Jetzt ist auch klar, warum die Schiffe auf dem Trockenen liegen.

Baustelle am Kanal

Hinter dem Staudamm gibt es wieder Wasser im Kanal.

Kirche Saint-Antoine in Remigny

An dieser kleinen Baustelle wurde mir freundlich der Weg frei gemacht.

Fast jede Bank musste für ein Päuschen herhalten.

Canal-du-Centre bei Saint-Gilles

Kleine Pause bei Saint-Gilles

meine Glücksbringer

bei Dennevy

Diesen Wald habe ich mir zum Schlafen auserwählt.

noch 4 Stundrn warten bis die Sonne untergeht

Mit einem gesunden Bein wäre ich bis Sonnenuntergang weitergelaufen. Heute muss ich nach 13 km ruhen.

Da unten steht Flitzefritz

Der schönste Platz zum Biwakieren seit ich unterwegs bin.

Mittwoch, 25.3.2026

Heute habe ich es nur bis ins nächste Dorf geschafft, nach Saint-Léger-sur-Dheune. Ich konnte noch einmal für zwei Nächte bei einem älteren Ehepaar ein Zimmer buchen.

Die Schmerzen sind zurückgekommen nicht sehr stark, aber eine deutliche Warnung. Jetzt muss ich einmal sehen, wie es übermorgen aussieht.

Ich habe mich jetzt doch dazu entschlossen mich einige Wochen zu Hause auszukurieren. Auslöser war auch die Möglichkeit, meinen Pilgerwagen Flitzefritz bei dem netten älteren Ehepaar, wo ich jetzt gerade ein Zimmer gemietet habe, in der Garage zu parkieren, bis ich die Reise fortsetzen kann.

an der Bushaltestelle ein trockenes Plätzchen

Unter Denkmalschutz stehende Kirche in Saint-Legére-sur-Dheune, bemerkenswert durch ihren Mithrasglockenturm aus dem 15. Jahrhundert mehrfach vergrößert. Jh., Triptychonflüge...
Das Datum der Errichtung der Kirche ist nicht gesichert. Elliptischer Glockenturm mit achteckiger Basis aus dem 15. Jh., in Form einer Mitra und Hakenkreuzen, einzigartig in Burgund. Während der Revolution geplündert und dann geschlossen, wurde er am 2. Germinal des Jahres IV (22. März 1796) ...

Donnerstag, 26. März 2026

meine Unterkunft bei Marcelle in Saint-Legére-sur-Dheune

ein schönes altes Landhaus am Kanal

Bahnübergang über die Gleise!

endlich das richtige Gleis gefunden

Mein Zug kommt.

Bahnhof Dijon

wieder zu Hause in Deutschland

 

•—————————————————-•

Nach ca. 5 Wochen Auskurieren geht es weiter …


Mit dem Deutschlandticket von Stuttgart nach Basel Badischer Bahnhof, mit der Straßenbahn zum Bahnhof Basel, dann weiter nach Dijon und in Regionalzügen bis Saint-Legér-sur-Dheune.

 

Donnerstag, 30.4.2026

23 km bis Wald nach Montchanin

Mit 24 Grad war es ungewohnt warm. An einigen Stellen säumen Bäume den Weg, so dass es Schatten gab.


Schönes Haus in Saint-Bérain-sur-Dheune

Kurz vor Saint-Julien-sur-Dheune stand in einem Garten ein schöner einachsiger Pferdewagen, sozusagen ein großer Bruder von Flitzefritz. Ich ging näher an den Zaun, um ein Foto zu machen. Da kam eine Frau auf mich zu, begrüßte mich. Ich erzählte, dass ich auf dem Weg nach Santiago de Compostela sei als Pilger. 


Dann ging sie zurück ins Haus holte mir ein erfrischendes Getränk und eine Tüte mit einem Schinken, Baguette und einer Banane.


Dann kam der Mann und fragte mich, ob ich an Gott glaube, als ich das bejahte, ging er wieder ins Haus und holte dann eine Zeitschrift der Zeugen Jehovas. Ich sagte, dass ich das kenne (Je le connais!) und dann war er zufrieden.

Saint-Julien-sur-Dheune (hier gibt es eine öffentliche Toilette)

Die Kirche war leider verschlossen.

Selbst normale Wohnhäuser weisen zuweilen eine Symmetrie auf, die man sonst nur bei Villen und Schlössern erwartet.

eine alte Eisenbahnbrücke

Am Nachmittag war ich stark erschöpft. Wahrscheinlich war der Kreislauf auch an seine Grenzen gekommen. Ich legte mich kurzerhand in ein schattiges Eck neben dem Fahrradweg auf die Isomatte und habe eine halbe Stunde tief geschlafen. Dann ging es mir wieder wesentlich besser.

In Montchanin habe ich für den morgigen Feiertag, den 1. Mai, Essen eingekauft. Es gibt eine Dose Linsen und Schinken ohne Nitritpökelsalz.

Auf der Karte hatte ich mir schon einen schönen Wald ausgesucht, wo ich schlafen wollte. Dort bin ich dann noch einige Kilometer hingelaufen und der Wald ist wirklich wunderschön!

Jetzt liege ich um 19:30 Uhr schon in der Hängematte und die Sonne geht erst gegen 21:00 Uhr unter. Aber draußen ist es nicht gemütlich wegen den Mücken. Die Hängematte hat ja ein Moskitonetz und hier bin ich sicher. Die Vögel geben mir ein Abendkonzert und die Autobahn das Hintergrundrauschen.

Feiertag, 1. Mai 2026 

Positiv: konnte meine Power Bank mit Solar Panels aufgrund der starken Sonne gut wieder aufladen. 

Negativ: 

Es war heiß und schwül, das T-Shirt klitschnass geschwitzt, ein Gewitter ist knapp an mir vorbeigezogen.

Landschaft bei Montchanin

Kalköfen

Kohle und die Nähe zum Canal du Centre ermöglichten den Transport der Kalksteine …

Im Jahr 1870 kaufte Pierre Cerniau einen alten Ofen aus dem Jahr 1858. Zwischen 1872 und 1874 ließ er zwei weitere Öfen direkt an den ersten anbauen. Er ergänzte das Unternehmen mit Lagerhallen, Trockenschuppen … und einem Herrenhaus, das rechts vom letzten Überrest noch heute sichtbar ist.

Die kontinuierlich betriebenen Brennöfen wurden mit aufeinanderfolgenden Schichten aus Kohle und Kalkstein beschickt. Nach dem Brennen wurde das Gestein zu Kalk zerkleinert, der für den Bau und zur Verbesserung saurer Böden notwendig war.

Lastkähne und Fuhrwerke standen Schlange, um zu entladen oder Nachschub zu bringen.

Im Jahr 1914 zogen die Arbeiter in den Krieg. Antoine Labaune, der neue Eigentümer, musste jede Tätigkeit einstellen.

Die endgültig erloschenen Öfen blieben bis heute an ihrem Platz.

Église Notre-Dame, Montceau-les-Mines

Da die öffentliche Toilette am Office de Tourisme kein Wasser hatte, habe ich mir hier bei "Le Cheffield Bar-Lounge" eine Cola bestellt und konnte in der Toilette meine Wasserflaschen auffüllen.

Maria zu Lande und zu Wasser ...

Rathaus Montceau-les-Mines

Krähe sitzt im Gras

Große Kohlewaschanlage von 1923

Ciry-le-Noble

Diese weißen Rinder sind sehr neugierig. Manchmal begleitete mich eine ganze Herde im Galopp...

Als ich an dem geplanten Waldstück war, war es eingezäunt. Alles Privateigentum! In Deutschland wäre das so nicht möglich. Ich habe noch mal 10 km suchen müssen, von einem Privatwald zum andern, bis ich eine einzige Stelle gefunden habe, wo ich in den Wald hinein durfte.

Ich wollte ja recht vernünftig sein und nicht mehr so viel am Tag laufen eigentlich nur 20 km und 4 km zum Wald und jetzt sind es doch wieder 10 km mehr geworden. Es ging einfach nicht anders. Die Füße tun weh, der Rücken tut weh, neue Blasen an den Füßen – aber toi, toi, toi, die Schienbeine sind schmerzfrei! 


Ich hatte trotzdem noch ein großes Glück, dass ich überhaupt einen Wald gefunden habe. Ich weiß nicht was ich sonst hätte machen sollen … 😵💫

 

Samstag, 2. Mai 2026

Ich hatte mich gut im Wald versteckt es war sehr schön da, aber ich habe fast nicht mehr rausgefunden …

Und dem Heiligen Jakobus musste ich auch ein Opfer bringen dafür, dass ich diesen schönen Wald gefunden hatte. Ich habe mein schönes heiß geliebtes Laguiole Taschenmesser verloren, dass mir mein Schwertbruder Lothar der Siegreiche geschenkt hatte.

Génelard

Église-Saint-Joseph in Génelard

Eglise Notre-Dame-de-l'Assomption in Palinges

Rathaus Palinges

Nach gefühlt kilometerlanger hoher Mauer um die Ländereien taucht am Ende dieses Château de Digoine auf.

Hier musste ich an den Film "Blair Witch Projekt" denken ... 

der Himmel zieht zu

Die Leute auf einem Ausflugsboot auf dem Canal du Centre vor Paray-le-Monial winken mir fröhlich zu.

An den Kanalbrücken richtig schöne Streetart!

Basilika Sacré-Cœr in Paray-le-Monial

Heute habe ich es hauptsächlich über wenig befahrene Landstraßen nach Paray-le-Monial geschafft. Obwohl ich heute nur 23 km gegangen bin, fiel es mir recht schwer: Blasen an beiden Füßen, an einem Zehe aufgegangen und noch völlig erschöpft von gestern. 

Jetzt habe ich mir für zwei Nächte eine günstige Unterkunft genommen. Morgen ist ja Sonntag und vielleicht kann ich mir am Montag noch ein Stempel für den Pilgerausweis ergattern. 

Paray-le-Monial ist eine bedeutende Pilgerstadt mit knapp 10000 Einwohnern, wenn auch nicht für den Jakobsweg. Es gibt eine sehr berühmte Basilika, die Sacré-Cœr. Sie wird jährlich von 450000 Gläubigen und Touristen besucht!

Meine Route hat hier einen Wendepunkt: es geht jetzt nicht mehr Richtung Südwesten, sondern nach Nordwesten in Richtung Loiretal.

 

Sonntag, 3. Mai 2026

Mein Hotel ist eine ziemlich billige Absteige. Es funktioniert automatisch mit Schlüsselcodes und hat sehr viele Zimmer. Mein Zimmer ist im zweiten Stock. Die Aufzüge sind natürlich außer Betrieb.


Ebenso lässt sich die Heizung im Bad nicht abschalten, nachdem ich sie irgendwie zum Laufen bekommen habe, um meine gewaschenen Klamotten zu trocknen. 

Die Absaugung über der Küchenzeile ist im Dauerbetrieb. Das ist besonders während der Nacht lästig. Mit einer Schnur kann man lediglich eine Klappe öffnen und schließen.

Eine Steckdose hat gar keinen Strom und fällt aus der Wand. Es ist mir auch noch nicht gelungen, mein Handy auf 100 % aufzuladen. Das WLAN geht nur ganz gelegentlich ein bisschen sehr mobile mobile Daten sind kaum verfügbar. 

Zunächst habe ich erst mal alle meine Blasen fachkundig verbunden und versucht ein bisschen in die Stadt zu gehen. Vieles schmerzt noch und ich hoffe inständig, dass mein rechtes Bein mit dem Schienbeinkanten Syndrom nicht nachzieht. 

Tour Saint-Nicolas

Glockengeläut - Basilika Sacré-Cœr, Paray-le-Monial (Youtube)

Zufällig war ich gerade um 11:00 Uhr bei der Basilika als der Gottesdienst begann, aber die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Atmosphäre hat mir auch nicht gefallen. So bin ich wieder gegangen. Ich habe sie am Nachmittag noch einmal besucht. Eine wunderschöne romanische Basilika, aber leider mit schrecklichen Leuchten moderner Art verunstaltet.

Basilika Sacré-Cœr, Paray-le-Monial

Außergewöhnliches Fachwerk

Rathaus Paray-le-Monial

In einer Souvenirladen konnte ich mir für 13 € ein Andenkenmesser kaufen, das einem Laguiole nachempfunden ist, welches ich ja gestern verloren hatte. Ich hatte sie im Schaufenster in einem Ständer mit 4 Messern entdeckt und bat den Verkäufer, mir alle zur Auswahl zu geben. Dassjenige, das am wenigsten verschliffen war, habe ich dann gekauft.

Die Knöpfe am Herd weisen keinerlei Beschriftung auf, so dass man nicht weiß, welche von den drei Knöpfen die zwei Herdplatten erwärmen und wieder abschalten sollen. 
Die Dose mit Rindfleischeintopf aus der Bourgogne habe ich auf abenteuerliche Weise dann warm bekommen aber leider schmeckte es fürchterlich.

Da ich mir Sorgen, diesmal um mein rechtes Schienbein mache, hab ich noch eine von den Ketum Tabletten genommen gegen Entzündungen, was meiner Speiseröhre gar nicht gut bekam. Zum Glück haben die Schmerzen nach einiger Zeit wieder nachgelassen.

Ich habe mir für morgen in dem 13 km entfernten Dorf Digoin eine Privatunterkunft gebucht. 

Ich hatte geplant, an dem freien Tag meinen Blog zu schreiben, aber ohne Internet war das leider nicht möglich. Ich hoffe, dass ich das morgen in der Privatunterkunft nachholen kann.

Ich hoffe, dass ich bis dorthin durchhalte. Der Regen gibt wohl einige Kühlung.

 

 

 


2 Kommentare


  • helmut

    hey karl
    deine seite habe ich seit einiger zeit nicht mehr besucht,- ich wollte dir deine wohl verdiente ruhe zur regeneration einräumen – nun deswegen erst heute mein kommentar:
    a very good choice
    ja das war absolut richtig !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    wir sind in einem alter in dem vernunft über stolz und wagemut stehen. es muss alles in allem in einer wohlfühlenden balance stehen. ruhe dich in gewohnter umgebung aus uns genese vollständig und noch ein bischen mehr, – also voll vollständig. lass dir zeit und ………, falls du das dir gesetzte ziel nicht in diesem jahr erreichst so darfst du dir es herausnehmen (deine altersweisheit und milde gibt dir die möglichkeit es so zu tun) deine reise im jahr darauf fortzusetzen.mit deinem philosophischem denken findest du u.u. auch einen driftigen grund erst im nächsten jahr weiterzulaufen. bis dahin alles gute zu deiner genesung und sei frohen mutes für alle deine weiteren entscheidungen. bis jetzt hast du m.m nach alles richtig gemacht. ich freue mich auf weitere nachrichten von dir im blog – bleib dran und halte uns auf dem laufenden zu deiner genesung und wie es für dich weiter gehen wird,- also deine nächsten unternehmungen. es gibt ja auch noch andere möglichkeiten bis ans ziel zu kommen. wie wär’s mit ……. ?
    lg
    h


  • Anna

    Wie es dir wohl mittlerweile geht?


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