7 Besançon bis Chalon-sur-Sâone

Dienstag, 10. März 2026, ein Tag in Besançon

Ich habe heute die Ferienwohnung noch für eine Nacht gemietet. Am Vormittag war ich im Tourismusbüro und habe für meinen Pilgerausweis einen Stempel geholt. Am Nachmittag arbeitete ich eine Konstruktion am Laptop für meinen Chef um die Unterkunft zu finanzieren. Morgen geht es weiter zur nächsten Etappe Richtung Chalon-sur-Saône.

Uhr eines Künstlers

Uhr „Les Heures Bleues“
Schöpfung von Alain Silberstein (2011) – Ausführung: Prêtre et Fils

„Ist sie beseelt?... in den ersten blauen Stunden
Wird sie vergehen wie die feurigen Blumen...
Vor der herrlichen Weite, wo man spürt
Wie die Stadt gewaltig aufblüht! [...]“

Dieses Gedicht von Arthur Rimbaud erinnert an die „blauen Stunden“, jene Zeit, die zwischen Nacht und Tag schwebt, dieser unsichere und wechselhafte Moment, in dem die Stadt die Farben des Tages annimmt.
In einer gleichmäßigen Pendelbewegung gibt die blaue Stunde das Signal für das Erwachen der Nacht.

Die „Almée“ ist eine orientalische Tänzerin.

Diese astronomische Doppelgesichtsuhr zeigt vier verschiedene Zeiten an:

  • Der rote Stundenzeiger misst die vergehende Zeit, in Fünf-Minuten-Schritten.
  • Der gelbe Sekundenzeiger zeigt den unaufhaltsam vergehenden, keiner Messung zugänglichen Zeitfluss.
  • Das blaue Zifferblatt leuchtet eine Stunde lang – die „blaue Stunde“ – vor Sonnenaufgang und bei Sonnenuntergang.
  • Die Bronzeglocke schlägt die Stunden, als Erinnerung an die vergehende Zeit.

„Eine poetische Annäherung an die vergehende Zeit.“ — Alain Silberstein

Tor der Artillerieschule

künstlerische Uhr in der Tourismus-Info in Besançon

L'ancienne chapelle des Petites Sœurs des Pauvres

Meine letzten 3 Pilgerstempel

schöne Trauerweide

Besuch von Kichi ...

... der Katze des Hauses

Morgen geht es weitere in Richtung Chalon-sur-Saône

 

Mittwoch, 11. März 2026

Von 10 Rue Radieuse, Besançon bis Wäldchen bei Roset-Fluans (24 km)

Abmarschbereit bei der wunderbaren Unterkunft in Besançon. Hier hätte ich das ganze Jahr bleiben können! 

Das Haus "LIBELLE" in 10 Rue Radieuse

Église Saint-Hippolyte de Besançon in Velotte

Dort habe ich auch diesen komischen Vogel entdeckt.

alter Bauernwagen in Avanne-Aveney

Église

 Saint-Vincent d'Avanne

Frühstück am Doubs nach Rancenay

kleine Höhle

der Weg entlang dem Doubs

Ancien ...

... Château médiéval de Montferrand

Hier grünt ...

... und blüht es schon!

Schubkahn auf der Doubs

Video auf Youtube

mein Pilgerface

Schleusenhäuschen bei Thoraise



Die Grotte de l'abbé Sautrey (auch Grotte de Lourdes genannt) befindet sich in Thoraise, einer kleinen Gemeinde im Département Doubs in der Region Bourgogne-Franche-Comté (Frankreich), nahe Besançon.

Der Abbé Sautrey war von 1882 bis 1909 Pfarrer (curé) von Thoraise. Im Jahr 1904 grub er diese Grotte eigenhändig (de ses mains) in den Fels – als Hommage an Notre-Dame de Lourdes und die Erscheinungen in der berühmten Grotte von Massabielle (1858).

Die Grotte ist eine künstlich angelegte Nachbildung der Lourdes-Grotte und liegt in der Nähe der Kirche und des Doubs-Flusses, oft im Kontext des Pèlerinage de Notre-Dame du Mont (Wallfahrtsort Notre-Dame du Mont) erwähnt. Sie ist Teil lokaler Wanderwege (z. B. Sentier de Notre-Dame du Mont) und wird bis heute geschätzt.

Besonders bekannt ist sie durch:

  • Jährliche Prozessionen (z. B. am 14. oder 15. August zur Assomption / Mariä Himmelfahrt), oft mit Fackeln von der Kirche zur Grotte.
  • Ihre Rolle als stiller, spiritueller Ort in der Landschaft am Doubs.

Es handelt sich um ein kleines, aber herausragendes Beispiel für persönliche Glaubensarbeit und Volksfrömmigkeit Anfang des 20. Jahrhunderts.


Video auf Youtube

Kirche in Thoraise

Blick auf den Doubs

pilgern bei kaltem Regen unter dem Schirm ...

...(hätte ich das besser nicht getan... , mehr kommt später)

Ab 14 Uhr hat es nur noch geregnet!

überall nur Wasser

Ich habe mir den Schirm mit einem Spanngurt am Handgelenk festgebunden, damit er bei einer Windböe nicht in den Doubs geweht wird.

Schlafplatz gefunden

Abendessen in der Hängematte

Hier habe ich genächtigt.

Von 10 Rue Radieuse, Besançon bis Wäldchen bei Roset-Fluans bei Saint-Vit (24 km)

 

Donnerstag, 12. März 2026
Wäldchen bei Roset-Fluans bis Wald bei Baverans (31 km)

Gestern bin ich 4 Stunden bei kaltem Regen mit meinem Schirm gelaufen. Durch das Festhalten des Schirmes habe ich jetzt Schmerzen in den Strecksehnen an den Oberseiten beider Hände. Wahrscheinlich sind sie entzündet, das kann einige Zeit dauern.

Mittlerweile sind die Hände geschwollen wie nach einem Hornissenstich.

Am Morgen ist alles Nass vom Nebeltau ...

... kein Wunder wenn man am Wasser schläft.

Flitzefritz ist wieder bereit.

Hier ging's wieder raus auf den Weg.

Morgennebelstimmung

Die Sonne versucht durchzukommen.

mehr Efeu als Baum

die letzten Nebelschwaden vor Châteauneuf

alte Treidelpfade

Video auf Youtube:
Mein Pilgerwagen "Flitzefritz" und ich auf dem Weg nach La Barre

 

Heute fliegen die Hummeln wieder bei Sonnenschein.

Haus in Orchamps

alte Häuschen an den Kanälen

église Saint-Laurent de Rochefort-sur-Nenon mit schönem Dachziegelmuster auf dem Kirchturm

Schlafplatz gefunden

Gute Nacht

Wäldchen bei Roset-Fluans bis Wald bei Brevans (31 km)

 

Freitag, 13.3.2026
Wäldchen bei Brevans, Besuch von Dole, bis Wäldchen bei Samerey (26 km)

Blumenbeete in Dole

Stiftskirche (Collégiale Notre-Dame de Dole)

Seitenkapelle zur Verehrung des Hostienwunders von Feverney

Das Wunder von Feverney (korrekte Schreibweise: Faverney) bezieht sich auf eines der bekanntesten eucharistischen Wunder der katholischen Kirchengeschichte in Frankreich. Es ereignete sich im Jahr 1608 in dem kleinen Ort Faverney (Haute-Saône, Bourgogne-Franche-Comté, nahe Vesoul).

Was genau passierte?

Am Vorabend des Pfingstfestes (Vigil von Pfingsten, 25./26. Mai 1608) wollten die Benediktinermönche der Abbaye Notre-Dame de Faverney das Allerheiligste (die konsekrierten Hostien) zur öffentlichen Anbetung aussetzen. Sie platzierten zwei Hostien in einer Monstranz auf einem provisorischen Altar in einem oberen Stockwerk (wegen Renovierungsarbeiten im Hauptkloster).

In der Nacht brach ein Brand aus – die Ursache ist unklar (vielleicht ein umgestürzter Kerzenleuchter). Das Feuer zerstörte den Altar und große Teile des Gebäudes. Doch die Monstranz mit den beiden Hostien blieb völlig unversehrt in der Luft schwebend (suspendue en l'air) über den Trümmern – trotz der enormen Hitze und des Rauchs. Zeugen berichteten, dass die Hostien 36 Stunden lang (manche Quellen sagen bis zu 3 Tage) in der Luft hingen, bis sie schließlich sicher geborgen werden konnten.

Das Ereignis wurde von vielen Augenzeugen (darunter Mönche, Bürger und kirchliche Autoritäten) bestätigt und führte zu einer Welle der Glaubenserneuerung in einer Zeit religiöser Spannungen (nach den Hugenottenkriegen).

Diese Wandmalerei zeigt die Monstranz, in der die Hostie aufbewahrt wird.

  • Eine der beiden Hostien ging später verloren.
  • Die andere (die Sainte Hostie) wird bis heute in Faverney in einer speziellen Mirakel-Monstranz aufbewahrt.
  • Sie befindet sich in der Kirche Saint-Blaise (ehemalige Abteikirche) in Faverney.
  • Jährlich wird das Wunder am Pfingstsonntag oder in der Oktav von Pfingsten mit Prozessionen und Feierlichkeiten begangen – es ist ein lokaler, aber sehr verehrter Wallfahrtsort.

Wandtafel zum Hostienwunder von Faverney

Saint-Paul mit dem Schwert

der Chor

Glück gehabt! Flitzefritz hat so gerade eben durchgepasst ...

Der Circuit du Chat perché ist eine Reminiszenz an den Schriftsteller Marcel Aymé, den Autor der Contes du Chat perché, der in Dole aufgewachsen ist.
Dieser Rundgang lädt Sie dazu ein, einem beschilderten Weg durch das Stadtzentrum zu folgen. Er wurde für Fußgänger konzipiert, die begierig darauf sind, die Reichtümer des städtischen Erbes von Dole zu entdecken.
Der etwa 4 km lange Rundweg ist am Boden abgesteckt und ermöglicht es Ihnen, acht Jahrhunderte der Geschichte von Dole anhand der symbolträchtigen Bauwerke, der Hauptstraßen, der Plätze und der Dekorationen, die das Stadtzentrum schmücken, zu durchlaufen.

Man kann diese Messingplaketten für 45 € im Tourismusbüro auch kaufen.

alte Viehtränke in Dole

auf dem Jakobsweg in Choisey

Damparis

Église Saint-Denis de Damparis

Picknick in Abergement-la-Ronce

Schlafplatz gefunden bei Samerey

Abendessen bei Regen unter dem Tarp

Wäldchen bei Brevans, Besuch von Dole, bis Wäldchen bei Samerey (26 km)

 

Samstag, 14. März 2026
Wäldchen bei Samerey bis Feldrainbäume bei La Crose (27 km)

Heute war kein guter Tag. Der Wind hat einen Hering des Tarps aus dem sehr weichen Boden herausgerissen, so dass das Tarp an der Hängematte anlag und auch auf den Taschen, die unter dem Tarp standen, haben sich Pfützen gebildet. 

Auch am Tag hat es viel geregnet und mit 5° war es recht kalt. Dadurch sind auch die Schmerzen in meiner linken Hand wiedergekommen. Meine rechte Hand blieb zum Glück verschont, da sie auch den Schirm nicht so oft gehalten hat.

Ich hatte geplant, in zwei Tagen nach Chalon-sur-Saône zu kommen und mir dort für zwei Nächte ein Zimmer oder eine Ferienwohnung zu nehmen, um für mein Chef etwas Konstruktives zu arbeiten. Das wären noch 64 km gewesen, eigentlich in zwei Tagen gut zu schaffen. 

Genau in der Mitte gab es einen schönen Wald bei Ecuelles, wo ich mit der Hängematte schlafen wollte. Doch leider gab es einige ungeplante Verzögerungen. Erst zeigte mir Komoot einen unbrauchbaren Weg, so dass ich wieder ein Stück zurücklaufen musste. 

Auf dem richtigen Weg am Kanal angekommen, wurde ich darauf hingewiesen, dass jetzt hier eine Läufer Sport Veranstaltung mit 300 Teilnehmenden stattfindet. Ich war ja froh, dass ich den Weg trotzdem benutzen konnte und habe versprochen auf dem Randstreifen zu warten, wenn die Leute vorbeikommen. 

So hab ich wieder eine ganze Menge Zeit verloren. Als dann die Sportler alle vorbei waren und ich dachte, jetzt kann ich endlich loslaufen, kam ein dicker Hagelschauer, und ich musste erst mal unter einer Brücke ausharren, bis das Schlimmste vorbei war. 

Dann kam ich noch bei einem Supermarkt vorbei. Leider war die Toilette wie schon öfters gesehen auf Wartung; wenn’s kaputt ist machen die halt den Zettel dran. Und Stadt meine Flasche am Wasserhahn aufzufüllen, musste ich eben eine Mineralwasserflasche kaufen.

So hab ich jetzt noch in letzter Sekunde ein Not Biwak aufgebaut, fast direkt an der Straße an einem Abhang zu einem Feld, unter mir die Scherben einer alttn Kloschüssel, alles verwachsen mit Brombeergesträuch. Macht nicht gerade Spaß, aber mir blieb nichts anderes übrig.

Alles ist nass!

Seltsames Bauwerk an der letzten Schleuse den Rhein-Rhône-Kanals bei Saint-Symphorien-sur-Saône vor der Anbindung an die Saône

Église Saint-Jean-Baptiste de Saint-Jean-de-Losne

Eglise Notre Dame

Der große Bruder von Flitzefritz?

Saône-Brücke bei Esbarres

kurze Rast bei Pagny-la-Ville

Kirche in Pagny-le-Château

Dann kamen 300 Läufer und ich musste immer  wieder warten. Zum Glück durfte ich den Weg überhaupt gehen.

Die 2 waren natürlich die Schönsten!

Schloss bei Seurre

Kirche Sankt Martin in Seurre

Abendstimmung bei Seurre

Sonnenuntergang

Gute Nacht

 

Sonntag, 15.3.2026
Feldrainbäume bei La Crose bis Hotel in Chalon-sur-Saône (33 km ohne Umweg)

Heute war von Anfang an ein sonniger Tag, aber gepaart mit einem kalten Wind dennoch nicht angenehm. Ich habe mir im billigsten Hotel in Chalon-sur-Saône für zwei Nächte ein Zimmer gebucht. Eigentlich war ich ganz gut im Zeitplan, aber einmal bin ich falsch gelaufen und ein andermal musste ich Flitzefritz mehrere Kilometer über einen mit Grasboppel verwachsenen Feldweg ziehen. Das hat viel Zeit gekostet und meinen Körper einiges abverlangt!

Das Handy habe ich mit dem letzten Strom aus meiner Powerbank geladen und hoffte, dass es so lange hält, bis ich das Hotel gefunden habe. Es hat tatsächlich so gerade eben gereicht. Es war ein Wettlauf mit Sonnenuntergang und Handyakku!

Bislang ist die ganze Pilgerei purer Stress. Ich habe noch keine Nerven dafür, zum Beispiel während des Laufens Musik oder Hörbücher zu hören oder Sprachen zu lernen. Die Anstrengung des Laufens fordert mich komplett. Dann die Suche nach einem Schlafplatz wo man nicht weiß, ob es klappt. 

Heute bin ich körperlich sehr angeschlagen. Ich hoffe, dass ich mich in dem pilgerfreien Tag gut erholen kann.

mein Schlafplatz am Morgen

Marienheiligtum bei Bragny-sur-Saône

Kirche Saint-André in Bragy-sur-Saône

Glockengeläut der Kirche

Bei dem kalten Wind war eine Bushaltestelle für eine Rast willkommen.

Allerey-sur-Saône

Hier besuchte mich auch dieser freundliche Huskie. Er war noch kilometerweit in meiner Nähe alleine unterwegs ...

Verschlammte Wege machen keine Freude!

Auf diesem Kriegerdenkmal in Verjux sitzt ein Engel.

Jeder Engel, der mir begegnet, ist ein Caminoengel! '
Ich bin sehr dankbar, dass sie mir immer wieder bei Schwierigkeiten helfen.

lustige Gartendekoration in Verjux

segnende Maria in Verjux

Wahrscheinlich hat dieser schreckliche kilometerlange "Radweg" zu meinem Schienbeinkantensyndrom entsche3ident beigetragen.

Kirche in Allériot

Abenstimmung wie gemalt vor Chalon-sur-Saône

endlich in Chalon-sur-Saône angekommen

Kathedrale von Chalon-sur-Saône

 

 

Hier in der Rue de Jacobines kann ich im Hôtel des Jacobines nächtigen.

Auch mein guter Flitzefritz hat mal wieder einen sicheren Ruheplatz gefunden.


Montag, 16.3.2026

Heute Ruhetag vom Pilgern. Bis um 3:00 Uhr nachts konnte ich nicht einschlafen und habe recht sorgfältig die nächsten Etappen geplant. Dazu benutzt ich diesmal ChatGPT und nicht nur Komoot oder Google Maps. Ich bin gespannt, wie gut die Wege diesmal sind.

Heute Vormittag habe ich mir eine zusätzliche Powerbank gekauft, damit ich keine Angst mehr haben muss, dass mir der Strom am Handy ausgeht.

Dann bin ich zum Supermarkt und habe das Notwendige für die nächsten Tage zum Essen eingekauft; dann zum Frühstück/ Mittagessen ein mit Hühnchen und Käse belegtes warmes Panini und einen Kaffee. 

Es war höchste Zeit, etwas Vernünftiges zu essen, denn mir wurde schon etwas schwummerig. Am Nachmittag habe ich am Laptop für meinen Chef konstruiert. Am Abend meinen Blog fortgeführt, aber es fehlen noch drei Tage.

Morgen Vormittag muss ich bis 11:00 Uhr auschecken. Um 9:30 Uhr öffnet das Tourismusbüro. Hier in Frankreich haben diese Büros am Montag geschlossen, sonst hätte ich das heute schon erledigen können. Dort werde ich dann noch gleich einen Pilgerstempel holen. 

Wenn es zeitlich reicht, werde ich meinen Block weiterführen.

Und dann beginnt die nächste große Etappe von Chalon-sur-Saône nach Paray-le-Monial mit 106 km.

Frühstück im Supermarkt

Besuch der Kathedrale

Haus mit zwei lustigen aufgemalten Fenstern

Schokolade

schönes Stadthaus

mein Hotelzimmer

Im Foyer gibt es eine Kaffeemaschine.

 


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